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Mein kybern-et(h)isches Gebet

Ich bin meine Landkarte!

Ich bin meine Familie, meine Freunde, meine Arbeit, mein Kontext!

Ich bin mein Hass, ich bin meine Liebe!

Ich bin Du – “a part and apart” (Erickson)”.

Ich bin alles, was ich in Dir sehe!

Ich bin nicht allein!

Ich bin nicht Nicht!

Und vor allem: Ich bin Werden!

Ich bin Jetzt und Zukunft und Vergangenheit.

Ich bin GEIST!

Fußnote: Der Begriff “Kybernethik” ist eine Kreation von Heinz von Foerster.

Eine komplexe Welt …

… in der wir leben. Kann mensch da überhaupt noch durchblicken?

Nein, kann er nicht. Na und? Noch lange kein Grund, das “Durchblicken-wollen” sein zu lassen.

Seit meinem Studium faszinieren mich systemisch-konstruktivistische Denkweisen. Und das, wo wir vermutlich gar nicht in der Lage sind, systemisch zu denken. Wie Varga von Kibed schreibt, können wir bestenfalls systemischer denken, und zwar stets nur im Vergleich zu einer (meiner) anderen Denkweise.

Die Dinge (und Dinge gibt es nicht “da Draussen”) durch eine systemischere Brille zu betrachten, ist für mich stets größte Herausforderung. Regelmäßig scheitere ich an diesem Anspruch. Doch “aus Fehlern wird man klug, drum ist einer nicht genug” (Gunther Schmidt). Zu diesem, meinem Anspruch gehört folglich auch, die Kybernetik zweiter Ordnung zu berücksichtigen: den Beobachter (also mich) in die Beobachtung einzubeziehen.

Vor einiger Zeit sprach ich mit einem guten Freund, einem Journalisten. Ich fragte ihn, ob er der Meinung sei, dass er mit seiner Arbeit die Welt abbilde – oder sie vielmehr erfinde. Natürlich bilde er Realität ab, schoss es aus ihm hervor. Ich hoffe, dass Sie, lieber (noch) unbekannter Leser, nach einigen Beiträgen hier auf diesem Blog genauso herzlich über diese Aussage lachen können wie ich.

Viel Vergnügen (das ist noch wichtiger, als alle meine anderen Ansprüche).

Ihr Thomas Evers