Archiv für März 2014

Sibylle Lewitscharoff und ihre Sprachspiele

Bei ihrer Rede am 2. März im Dresdner Staatsschauspiel reihte sich Sibylle Lewitscharoff erfolgreich in die elitäre Riege der verbalen Entgleiser ein. Im Politischen Feuilleton des Senders “Dradio Kultur” vom 24.03.2014 bemängelte der Feuilletonist Christian Schüle die mangelhafte inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Thema “Künstliche Befruchtung”, um die es in dieser Rede ging. Vielmehr regen sich die Leute über die unglückliche Wortwahl Lewitscharoffs auf, um nur wenig später sowieso von Uli Hoeneß abgelenkt zu werden.

Harald Martenstein vom Tagesspiegel ist gar der Meinung, dass es heute “christliche oder konservative Positionen [sind], die im Chor niedergebrüllt werden.”

Aber was regt uns denn derart auf an ihrer Rede? Diesen Beitrag weiterlesen »

Hart(z) 4 und mathematische Algorithmen

Die “Passauer Neue Presse” berichtet, dass nach Einführung vom Mindestlohn (€ 8,50) hunderttausende Arbeitnehmer zusätzlich auf Leistungen nach Hartz 4 angewiesen wären. Sie berufen sich dabei auf Zahlen der Agentur für Arbeit. Diese Informationen stellen schon ein Meisterstück der modernen Mathematik dar. Solche Sachverhalte kann man lediglich eruieren, indem man Mathematiker bei der NSA abwirbt, die sich hervorragend mit Suchalgorithmen auskennen. Diesen Beitrag weiterlesen »

Einheit, Dualität und Paradoxie

Im Spielfilm „Next“ mit Nicolas Cage erzählt der Hauptdarsteller einen Witz: „Was bestellt ein Zen-Meister in der Baguetteria? – Eins mit Allem!“ Ein schönes Beispiel dafür, dass wir Sprache nicht nur benutzen, sondern förmlich in ihr sind. Dabei sind wir zwar durch Regeln begrenzt, können jedoch durch Verletzung ebendieser die Möglichkeiten fast unbegrenzt erweitern. Natürlich ist für uns nicht alles umsetzbar, was grundsätzlich mit Sprache ausgedrückt werden kann: Eine Wand etwa mögen wir durchaus als durchlässig beschreiben, hindurchgehen können wir indes nicht. Unsere Sprache lässt also deutlich mehr zu, als uns die sogenannte Realität gestattet. Dadurch kann es zu interessanten Paradoxien und Widersprüchen kommen. Diesen Beitrag weiterlesen »